In der Homöopathie gibt es wichtige Arzneien, die in akuten Fällen sehr gut helfen können. Es gibt genaue Regeln, wie die homöopathischen Akutmittel angewendet werden, also z.B. bei welchen Verletzungen sie eingesetzt werden, wann die Arznei wiederholt werden sollte und wann eine andere Arznei dem Patienten gegeben werden sollte.

Achtung: Die homöopathische Arzneien sollten ohne Kenntnisse nicht angewendet werden. Außerdem muss man unbedingt abgrenzen können, wann der Patient zum Arzt oder der Rettungsdienst gerufen werden muss.

Ich halte regelmäßig Vorträge zu den wichtigsten homöopathische Akutmitteln und deren Anwendung. Bei Interesse schreiben Sie mir eine Mail oder rufen Sie bei mir an.

Die bekannteste homöopathische Akut-Arznei ist wohl Arnica: Die Pflanze Arnica montana wird auch Bergwohlverleih genannt, da früher Bergsteiger diese Pflanze eingenommen haben, wenn sie beim Wandern nach großen Anstrengungen körperlich erschöpft waren. Arnica kann eingesetzt werden bei dumpfen Verletzungen, wenn Hämatome (Blutergüsse oder blaue Flecken) entstehen.

Fallbeispiel aus meiner Praxis: Ein Marathonläufer hat nach einem Marathon eine Blutblase unter dem großen Zehennagel. Es tut sehr weh. (Die Blutblase entstand durch den ständigen „Schlag“ beim Laufen auf den Zeh, ist also eine stumpfe Verletzung) Ich verordne zwei Globuli Arnika C30. Kurz nach der Einnahme geht die Blutblase auf und die Schmerzen sind vorbei.

Fallbeispiel aus meiner Praxis: Eine Patientin berichtet, dass sie eine Schleimbeutelentzündung am Ellbogen hat. Ihr Ellbogen hat eine rote Schwellung, die heiß ist und bei Berührung sehr weh tut. Eine Kühlung bessert die Schmerzen. Der Arzt meiner Patientin meint, dass eine Operation notwendig ist und die Patientin bekommt einen Termin für diese Operation.
Ich verschreibe meiner Patientin Apis C30 2 Globuli und nach der Einnahme gehen Schwellung, Schmerz und Rötung zurück. Da Apis so gut geholfen hat verordne ich meiner Patientin dann nochmals 2 Globuli Apis C30 täglich für die nächsten drei Tage und die Entzündung geht innerhalb von vier Tagen ganz zurück. Eine Operation ist nicht mehr notwendig.

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Jede der folgenden Erste-Hilfe-Arzneien hat seine eigene Wirkung und kann bei folgenden Symptomen eingesetzt werden:

Aconitum (Sturmhut)
Plötzlich, heftig, Angst, Blässe, Folgen von Schreck

Apis mellifica (Gift der Honigbiene)
Röte, Hitze, Schwellung

Arnica (Bergwohlverleih)
Mittel nach dumpfen Verletzungen, Hämatome, Blutung, Folgen von Schreck

Arsenicum album (Arsen)
Schwäche, schneller Kräftezerfall, brennende Schmerzen

Belladonna (Tollkirsche)
Plötzlich, heftig, gereizt

Bryonia (Zaunrübe)
Jede Bewegung verschlimmert, Symptome entwickeln sich langsam innerhalb von drei bis fünf Tagen

Cantharis (Spanische Fliege)
Brennen, verbrüht, verbrannt, Krämpfe

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 Außerdem gibt es wichtige Verletzungsmittel:

Calendula (Ringelblume)
Verletzungen von Haut oder Schleimhaut: Riss- oder Quetsch-Wunden

Hamamelis (Zaubernuss)
Schürfwunden

Hypericum (Johanniskaut)
Hauptmittel bei Nervenverletzungen: z.B. Finger, Rückenmark

Ledum (Sumpfporst)
Stichverletzungen (z.B. durch Nagel oder Tierbisse, Insektenstiche)
Veilchen am Auge

Rhus toxicodendron (Giftsumach)
Verrenkungen von Gelenken und Verletzungen von Muskeln uns Sehnen, ruhelos

Ruta (Weinraute)
nach Überanstrengung, Verrenkungen von Gelenken, Verletzungen von Muskeln, Sehnen und Knochenhaut

Staphisagria (Rittersporn)
Schnittwunden (Messer, Glas..)

Symphytum (Beinwell)
Fördert die Heilung bei Knochenbruch, Verletzung des Augapfels

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